Die Glocken von St. Stephan

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In jedem der beiden Stephans-Türme hängen zwei Glocken.Sie bestehen aus Bronze und sind an Stahljochen in einem Stahlglockenstuhl aufgehängt. Eine Uhr bzw. einen Uhrschlag gibt es nicht.


Nordturm Richtung Wilhelm-Schwinn-Platz
Nr. 1: Die größte (Durchmesser: 1,60 m, Gewicht: 2290 kg) und tiefste Glocke (Ton: h°) wurde im Jahr 1951 von Gebr. Czudnochowsky (Heidingsfeld und Erding) gegossen und trägt die Inschrift „Nach der Zerstörung der St.Stephanus Kirche in Würzburg am 16.März 1945 wurde ich im Jahre 1951 neu gegossen. Ehre sei Gott in der Höhe“. Sie läutet abends um 21.00 Uhr als letzte Glocke in der Innenstadt.

Nr. 4: Die kleinste und älteste Glocke mit dem Ton gis‘ stammt vielleicht bereits aus dem 13ten Jahrhundert und hing schon früher in St. Stephan. 1923 wurde sie an die Deutschhauskirche ausgeliehen und überstand dort den zweiten Weltkrieg. Eine Inschrift trägt diese Glocke nicht. Sie läutet z.B. bei Taufen.

Südturm Richtung Regierungsgebäude

Hier befinden sich die beiden mittelgroßen Glocken.

Nr. 2: Diese Glocke mit dem Ton cis‘ (Durchmesser: 1,42 m, Gewicht: 1727 kg) wurde 1924 von A.Geittner und Söhne (Breslau) gegossen und stammt aus der Friedenskirche der Gemeinde „Zum Schifflein Christi“ in Glogau/Oder). Sie lagerte während des 2. Weltkrieges mit mehr als 47.000 anderen Glocken aus allen Gebieten des Deutschen Reichs auf dem Glockenfriedhof in Hamburg. Ca. 1.200 Glocken, die nach Kriegsende nicht mehr zurückgegeben werden konnten, wurden als sog. Patenglocken an christliche Gemeinden übergeben – so kam diese Glocke 1951 nach Würzburg in die Stephanskirche. Sie trägt folgende Inschrift: „Heilig, Heilig, Heilig. Zu seinem Heiligtum mit reichen Gnadengaben lässt dich der ew‘ge Gott durch seine Stimme laden. Vernimm‘s o Mensch, neig ihm dein Herz und streb auf Erden himmelwärts!“.

Nr. 3: Unsere Vaterunserglocke mit dem Ton e‘ (Durchmesser: 1,180 m, Gewicht: 862 kg) wurde 1835 von Christian Ludwig Pühler (Gnadenberger Glockengießerei) gegossen und stammt aus der evangelischen Kirche in Bunzlau/Niederschlesien. Sie wurde wie die Glocke Nr. 2 im Jahr 1951 ebenfalls als Patenglocke vom Hamburger Glockenfriedhof übernommen. Sie trägt diese Inschrift: „Liebe soll Euch regieren. Die Freude wie den Kummer spricht meine Stimme aus. Sie tönt den letzten Schlummer, sie ruft ins Gottes Haus – Tristitiam leniens funera vestra sequor“.

Unser Vorhaben

Die Glocken wurden Ende des Jahres 2016 von dem Glockensachverständigen Sigurd Knopp begutachtet. Um die Glockensubstanz und die Läuteanlage langfristig zu schonen, sollen diese Arbeiten umgesetzt werden:

  1. Einbau einer vollelektronischen Steuerung in beiden Türmen. Das bringt den meisten Effekt.
  1. Austausch der harten Klöppel durch Klöppel mit weicherem Material (falls finanzierbar).
  1. Umrüstung oder Ersatz des ältesten Motors (Glocke Nr. 4)

Vielen Dank, wenn Sie mit einer Spende helfen, dieses Vorhaben zu realisieren!


Das folgende Video hat Ben Schröder gemacht – vielen Dank!